Das Wasser zum Auswaschen der Pinsel holte Chikkanna am großen Brunnen der Brindavan Gardens, unterhalb des Staudamms von Krishnaraja Sagara, in Srirangapatna, im Distrikt Mandya, in Karnataka, im Süden Indiens; er holte es mit einer Stahltasse aus dem Rohr, das die Fontänen speist, die Fontänen, die jeden Abend um sieben zur Musik für die Touristen angehen, und trug es bis zum Gerüst der Statue der Göttin Kaveri, die die Regierung des Staates am Ufer errichten ließ für die sechs Abende Ritus am Fluss, angekündigt vom elften bis zum sechzehnten Oktober, mit den aus Varanasi gerufenen Priestern; und das Rohr des Brunnens, wie alle Rohre der Gärten, trinkt aus dem Becken, das am fünfundzwanzigsten September bei hundertfünf Fuß und sieben Zehnteln von hundertvierundzwanzig Komma acht stand, laut der Tafel, die die Leute vom Staudamm neben dem Nordtor von Hand nachtragen. Chikkanna war vierunddreißig Jahre alt und malte, seit er siebzehn war, mit den Pinseln seines Vaters Siddaiah, der vor ihm Ladenschilder, Festwagen, Nummern auf Booten und Fassaden von Dorftempeln gemalt hatte und der ihm im September, als ihm die rechte Hand zu zittern begonnen hatte, den Kasten und den Platz in Nanjundappas Trupp überlassen hatte; seitdem war er derjenige, der in der Familie malt, und er malte das Gewand der Göttin, grün, gelb, rot und blau an der Stelle, wo das Gewand zum Fluss wird.
Am fünfundzwanzigsten September war sein Vater mit denen vom Raitha Sangha nach Mandya gefahren, um sich mitten auf die Straße nach Bangalore zu setzen, am Jayachamaraja Wadiyar Circle, gegen die viertausend Cusecs am Tag, die der Ausschuss für das Wasser des Kaveri für fünfzehn Tage nach Tamil Nadu zu schicken beschlossen hatte; und am Abend war er mit einer Bitte von Puttaswamy zurückgekommen, der in ihrem Dorf die Gewerkschaft führt, an die Jungen, die in den Gärten arbeiteten: die Statue ohne Augen zu lassen, denn eine Göttin ohne Augen wird nicht eingeweiht, und der Minister hätte laut sagen müssen, warum. Der Vater überbrachte die Bitte und unterstützte sie nicht. Der Brunnen am Haus, dreißig Meter unter dem Zuckerrohrfeld, lief mit Diesel, seit das Wasser des Kanals nicht mehr bis zu ihrem Feld kam, dem letzten der Abzweigung, und der Diesel für Oktober steckte in den vierundzwanzig Arbeitstagen an der Statue, zu sechshundertfünfzig Rupien am Tag, die Nanjundappa alle zusammen nach getaner Arbeit zahlte, gegen die Unterschrift auf der Anwesenheitsliste; der Vater wusste es, und bei Tisch sagte er, eine angefangene Arbeit bringe man zu Ende. Nanjundappa, der achtundsechzig Jahre alt war und die Statuen des halben Distrikts gemacht hatte, sagte am Nachmittag des Sechsundzwanzigsten, als Chikkanna ihn fragte, ob man die Statue lassen könne, wie sie war, etwas anderes: dass in den sechs Abenden achttausend Menschen am Tag in die Gärten kämen, vielleicht zehntausend, dass ihnen die Blumen, den gerösteten Mais, die Erdnüsse und die Armreifen Frauen aus ihren Dörfern verkaufen würden, dass das Becken von den Cusecs für Tamil Nadu geleert werde und nicht von der Farbe, und dass eine Statue nicht trinkt. Im Januar hatte Chikkanna der kleinen Göttin des Dorftempels, auf dem Damm des Kanals, die Augen gemacht, und bei der ersten Puja hatten ihm die Frauen die rechte Hand berührt, eine nach der anderen, die Hand, mit der er sie gemalt hatte; seitdem wusste im Dorf, wer an der Göttin vorbeiging, wessen Hand es war. Die Stahltasse auf dem Brett des Gerüsts war an jenem Nachmittag bis zum Rand voll.
Am Abend des Siebenundzwanzigsten ließ Nanjundappa die Baustellenlampe aufs Gerüst bringen, die mit dem orangefarbenen Kabel, das vom Schaltkasten der Gärten kam, weil am Morgen darauf die Beamten hinaufstiegen, um die Statue zu prüfen, und er sie fertig haben wollte, und er gab Chikkanna den Pinsel Nummer null in die Hand, den feinsten des Kastens, den bei der ganzen Arbeit noch niemand nass gemacht hatte, weil er zu einer einzigen Sache dient, der Pupille und dem Umriss der Augen, die man bei einer Statue zuletzt macht und die der Meister für ihn aufgehoben hatte, den Jüngsten des Trupps, für die Hand, die auf der Leiter nicht zittert. Chikkanna stieg bis zur Höhe des Gesichts; er tauchte den Pinsel ins Schwarz, hielt ihn über die Stahltasse, und ein Tropfen fiel ins Wasser des Brunnens und breitete sich bis zum Rand aus. Dann stieg er hinunter. Er stieg hinunter mit dem Pinsel in der Hand und dem Schwarz noch an der Spitze, und er reichte ihn Nanjundappa mit dem Griff voran. Er sagte, die Augen mache er nicht. Nanjundappa fragte ihn, ob er wisse, was das heiße, und Chikkanna antwortete ja: die Anwesenheitsliste vom September blieb ohne seine Unterschrift, und ohne Unterschrift kam, nach der Abmachung, die der Meister seit vierzig Jahren mit all seinen Trupps traf, der Lohn für die vierundzwanzig Tage nicht heraus, weder in diesem Monat noch später. Nanjundappa nahm den Pinsel, schlug ihn einmal gegen den Rand der Tasse und sagte nichts weiter.
In jener Nacht, zu Hause, flussabwärts von Srirangapatna, am Kanal Visvesvaraya entlang, schaltete sein Vater die Pumpe mit dem letzten Diesel aus dem Kanister ein und ließ sie laufen, bis die Zisterne halb voll war, dann schaltete er sie aus und blieb mit der Hand auf dem noch warmen Motor stehen, und er sagte ihm, was das hieß: dass Nanjundappa ihm keinen anderen Trupp geben würde, dass es ohne die vierundzwanzig Tage keinen Diesel für Oktober gab, und dass den Kasten, wenn er ihn zurückließ, in ihrem Haus niemand mehr nehmen würde, weil ihm die Hand zitterte und er von Söhnen, die malen, einen hatte.
Am Morgen des Achtundzwanzigsten kehrte Chikkanna mit dem Kasten des Vaters in die Gärten zurück und mit einer Stofftasche, darin seine zwei Hemden und der Ausweis, und fand die Statue fertig: die Augen hatte Nanjundappa in der Nacht gemacht, unter der orangefarbenen Lampe, und die beiden Beamten der Behörde, die um neun hinaufstiegen, um sie für den am Elften erwarteten Minister zu prüfen, fanden sie in Ordnung; keiner von beiden sah, dass das linke Auge der Göttin ein wenig höher stand als das rechte, einen Millimeter, vielleicht zwei, und Chikkanna sah es, erzählte er später seinem Cousin Manju, weil die Bleistiftlinien, über die der Meister das Schwarz gelegt hatte, von ihm gezogen waren. Er stellte den Kasten auf das Brett des Gerüsts, mit geschlossenem Deckel, und ging zum Nordtor, wo der Bus nach Bangalore hält, und stieg mit der Stofftasche ein; in Bangalore kannte er niemanden.
Fakt: Die Regierung von Karnataka setzt vom 11. bis zum 16. Oktober ein sechstägiges Cauvery Aarti in den Brindavan Gardens des Staudamms KRS in Srirangapatna auf den Kalender, während der Staat unter Dürre leidet; am 25. September blockieren die Bauern von Mandya die Straße nach Bengaluru gegen die Wasserfreigabe an Tamil Nadu. (Deccan Herald, 24. September 02026; Newskarnataka, 25. September 02026.)
Welt: Im Nordwesten Pakistans lässt ein Selbstmordattentäter ein Fahrzeug an einem Polizeikontrollpunkt in Dera Ismail Khan explodieren: zwölf Tote und fünfunddreißig Verletzte, dann schießen Bewaffnete auf einen Krankenwagen (Associated Press). Auf dem Kiwusee, im Osten des Kongo, kentert ein Boot von Fischhändlern vor Idjwi: mindestens zwölf Tote und Dutzende Vermisste (Associated Press). In Gaza City tötet ein israelischer Luftangriff den Chef des bewaffneten Flügels der Hamas im Norden des Streifens (Al Jazeera).
Varianten: 5.
Calcedonio · Pneuma I.
Überarbeitete Fassung vom 1. Oktober 02026.
194 Erzählungen