Das Schlagen kommt vor dem Stand. Es ist ein trockener Hammerschlag auf Eisen, in ungleichen Abständen wiederholt, den man vom hinteren Ende des Bogengangs hört, auch wenn der Bogengang voller Stimmen ist. Mitten in der Reihe der Stände dreht ein Mann mit dem Stock den Kopf zum Geräusch hin, ändert die Richtung um ein Viertel. Der Stock hört auf, an den Seiten zu klopfen, und klopft nur noch voraus.
Das Geräusch kommt vom dritten Pfeiler. Der Klotz ist zwei Finger breit von der Basis des Pfeilers im Zement verschraubt, und auf dem Klotz steht der eiserne Fuß des Schusters, die Basis in einem ausgelaufenen Kreis im Holz, der Hals umgekehrt zum Licht hin, das durch den Bogen hereinkommt. Das Loch im Zement rund um den Keil ist erweitert, weiß an den Rändern.
Das Geräusch ist eine Adresse und die Adresse ist der dritte Pfeiler und der dritte Pfeiler ist der Stand von Mulenga Chibesa und der Stand von Mulenga Chibesa ist der Ort, an den Bwalya kommt, ohne irgendwen etwas zu fragen. Der Stock findet den Pfeiler und hält an. Auf dem Klotz, unter dem Kopf des Keils, steckt schon ein flaches Stück Holz.
Der Keil kommt mit zwei von unten nach oben geführten Schlägen aus dem Loch, und Mulenga legt ihn neben den Hammer; der eiserne Fuß bleibt auf dem Klotz, lose.
An den Pfeiler ist die Bekanntmachung des Rates geklebt. Sie nennt die Verstopfung des Gehwegs, die Behinderung des Fußgängerverkehrs, den Abfall und das Gesundheitsrisiko. Sie setzt den ersten Oktober fest. Sie nennt die ausgewiesenen Märkte und nicht die Tage. Zwei Stände weiter liegt das Gestell des Obsthändlers in gebündelten Teilen am Boden, und den Stoffstand gibt es nicht mehr.
Mulenga legt den eisernen Fuß auf die Bretter der Schubkarre, die Beatrice vom Markt gebracht hat. Das Schlagen hört mitten am Vormittag auf; zwischen dem zweiten und dem vierten Pfeiler hört man nur Räder und Stimmen.
Bwalya kommt während der Stille durch den Bogen herein. Der Stock steigt am Pfeiler hoch bis zur Kante des Klotzes, und über dem Klotz ist Luft. Er stellt sich als Dritter an, die unfertigen Schuhe in der Hand.
„Ich habe um eine Sohle gebeten, nicht um einen Vater", sagt er.
Er sagt es laut, und die Schlange dreht sich um. Er sagt, er solle auf den Markt gehen, die Märkte seien der Ort, wo man in Ordnung ist, und wenn sie ihm am zweiten Oktober das Eisen für seinen Mittwoch wegnehmen, dann gehe er mittwochs nicht mehr aus dem Haus.
Mulenga antwortet nicht. Er hält den Keil in der Hand, legt ihn nicht hin und steckt ihn nicht zurück. Die Schlange rückt um einen Platz vor. Beatrice legt die Hände an die Griffe der Schubkarre und stellt einen Fuß auf den Klotz.
Der eiserne Fuß auf der Schubkarre wiegt, was er auf dem Klotz wiegt, und die Bretter der Schubkarre biegen sich unter dem umgekehrten Hals des Eisens. Beatrice hält die Griffe tief, auf Schenkelhöhe, und setzt sie nicht auf den Boden.
Bwalya tritt vor seinem Zug aus der Schlange. Laut, vor den anderen in der Reihe, sagt er, er nehme die Schuhe so mit, wie sie sind. Er legt die unfertigen Schuhe auf den Stand, das Oberleder nach unten, die gelöste Sohle nach oben. Dann dreht er den Stock zum Bogen hin, zur Straße, die zum Markt hinunterführt, und macht allein zwei Schritte in diese Richtung. Der erste Schritt ist sauber. Der zweite fällt kurz, und der Stock findet das Gestell des abgebauten Standes. Bwalya bleibt mitten im Bogengang stehen, die Hand offen auf Hüfthöhe.
Mulenga legt die Handfläche unter den Hals des Eisens und hebt es von der Schubkarre. Beatrice lässt die Griffe nicht los. Das Eisen kommt richtig herum auf den Klotz, die Basis in den ausgelaufenen Kreis im Holz, und der Keil geht zu drei Vierteln von Hand geschoben in das Loch im Zement. Mulenga nimmt den Hammer und schlägt viermal. Beim vierten Schlag bröckelt der Rand des Lochs, und der weiße Staub bleibt auf dem Handrücken.
„Warum der Hammer", sagt Bwalya.
„Mittwoch findest du mich", sagt Mulenga.
Er schlägt wieder, und das Schlagen setzt in dem Stück Bogengang zwischen dem zweiten und dem vierten Pfeiler wieder ein, in denselben ungleichen Abständen wie vorher.
Die leere Schubkarre lässt sich leichter bewegen als die beladene. Beatrice hebt sie eine Handbreit an, dreht sie zum hinteren Ende des Bogengangs. Sie sagt, der Oktobertag auf dem Markt zahle sich nicht, und den Platz neben ihrem gebe man morgen einem anderen. Das Gummirad macht auf dem Zement über die ganze Länge des Bogengangs ein Geräusch, dann macht es keines mehr.
„Wie heißt dieses Ding", sagt Bwalya.
Mulenga sagt ihm den Namen. Bwalya wiederholt ihn mit voller Stimme, zweimal, das Gesicht zum Stand hin. Eiserner Fuß. Er tritt wieder in die Schlange, die jetzt bei ihm beginnt.
Über sich sagt Mulenga nichts. Er nimmt die unfertigen Schuhe vom Stand, legt sie darunter, in die Kiste mit den Sohlen, so gedreht, wie Bwalya sie hingelegt hat.
Dann hebt er den Hammer und schlägt flach zweimal auf den Kopf des Keils. Der Kopf weitet sich im Loch bis auf die Höhe des Zements, und der Klotz hebt sich nicht mehr, ohne zu zerspringen.
Fakt: In Kabwe, Sambia, gibt der Stadtrat den Straßenhändlern Zeit bis zum ersten Oktober, auf die ausgewiesenen Märkte umzuziehen, und beruft sich auf Verstopfung, Abfall und Gesundheitsrisiko. Der Sprecher Chris Mulaliki fordert sie am 22. September auf, freiwillig umzuziehen. (Lusaka Times, 22. September 2026.)
Welt: In Foshan, China, bricht am 21. September in einer Textilfabrik ein Feuer aus und tötet acht Menschen (Xinhua). In den Vereinigten Staaten schiebt die Regierung LGBTQ-Migranten nach Kamerun, Äquatorialguinea und in die Zentralafrikanische Republik ab, in Länder, in denen sie um ihr Leben fürchten (CNN). In Liverpool nimmt die Polizei am 27. September vor der Konferenz der Labour-Partei über fünfzig Demonstranten für Palestine Action fest (Al Jazeera).
Varianten: 5.
Lucido · Pneuma II.
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